Shrubs – ganz leicht, ganz lecker, ganz einfach

Nach einem langen, heißen Sommer mit viel Durst und Experimenten bei der Shrub-Herstellung habe ich mal zum Ende meiner kleinen Serie über dieses Getränk meine Gedanken zu den Zutaten zusammengefasst:

Früchte
Je reifer die Früchte, desto mehr Aroma enthalten sie. Ich habe auch immer mal wieder eine Frucht versucht, um mir Gedanken darüber zu machen, welchen Essig ich zu ihrem Geschmack verwenden möchte oder die Zuckermenge. Süße Früchte – weniger Zucker. Saure Früchte – mehr Zucker als angegeben. Das Ganze auch nach Gefühl.

Essig
Am besten sind mir die Sirups mit selbst hergestelltem Apfelessig gelungen. Fast alle, die sich mit dem Thema beschäftigen, empfehlen Bioessig. Das ist auf jeden Fall eine gute Wahl. Sie sind oft weicher, als konventionell hergestellte Essige. Trotzdem habe ich es auch mal mit Hengstenberg Apfelessig versucht. Der daraus gewonnene Sirup hat deutlich strenger nach Essig geschmeckt und den Fruchtgeschmack etwas überdeckt, war aber auch trinkbar.
Man kann es auch mal mit einem Balsamico versuchen. Aromatisierte Essige, also zum Beispiel Himbeeressig, können entweder den Geschmack der verwendeten Frucht unterstützen, oder aber auch übertönen. Hier hilft nur eins: Ausprobieren, ausprobieren und nochmal ausprobieren. Ich bin da aber mehr für die klassische Nummer mit Apfelessig oder Weinessig.

Zucker
Auch beim Zucker bestimmt die Qualität das Ergebnis. Die Mengen können variieren. Von braunem Rohrohrzucker benötige ich etwa 5-10% weniger Zucker für die gewünschte Süße. Honig kann ebenso verwendet werden. Wer es mit Stevia versuchen möchte, bedenke bitte, dass Zucker auch die Sirupkonsistenz ausmacht. Hier empfiehlt sich, den Zucker zur anteilig durch Stevia zu ersetzen.

Noch ein Wort zum Zucker, wovon es in vielen Getränken ja nun wirklich zuviel gibt. Ich denke, das ist hier nicht so. Wenn ich 500 ml Essig mit 250 gr Früchten und ebensoviel Zucker aufkoche erhalte ich nachher ungefähr 700 ml Shrub. Das genaue Ergebnis hängt unter anderem noch von dem Saft ab, welchen die Früchte noch abgeben.
Natürlich ist es auch Geschmacksache, wieviel vom Shrub ich gerne in meinem Glas habe. Ich verwende 50 ml Shrub für einen Liter Wasser, und das ist mir zuweilen sogar noch zu süß. Rechnerisch sind in diesen 50 ml also ohne den Fruchtzucker ungefähr 25 gr Zucker. In einem Vierltelliter Getränk also ungefähr 6,5 gr Zucker, umgerechnet ca. 2 Stück Würfelzucker.
Das ist nicht wenig, sicher aber viel weniger als alles, was in den Supermärkten an Fruchtdrinks so angeboten wird.

Filtern
Das Einfachste ist die schnelle Variante. Hier werden einfach Essig und Früchte nach dem Aufkochen durch ein Sieb gestrichen, um Kerne, harte Fruchtbestandteile etc. zu beseitigen.
Bei der ausführlichen Variante habe ich es mit nur durch ein feines Sieb gefilterten Essig versucht. Wie sich das nach dem Öffnen der Flasche auf die Haltbarkeit auswirkt, weiß ich noch nicht, denn der Shrub ist trüb geblieben.
Wer will, macht sich die Mühe, den drei Wochen lang engesetzten Essig so lange zu filtern, bis er klar ist. Das sieht nicht nur schöner aus, es kann sich auch auf die Haltbarkeit positiv auswirken.
Für das Filtern bis zur Klarheit habe ich Teefilterpapier verwendet, oder ausgekochtes feingewobenes Tuch. Letzteres ist mir persönlich lieber, weil ich keine Ahnung habe, wieviel Chemie in Filterpapier steckt.

Früchte mischen
Klar kann man die Früchte mischen, oder den angesetzten Essig, ja selbst die fertigen Sirups.
Früchte beim Ansetzen oder für die schnelle Variante zu mischen, ergibt unter Umständen einen runderen Geschmack. So sind Pfirsiche alleine etwas schwach im Geschmack und gewinnen deutlich, wenn Aprikosen dazugegeben werden. Ähnlich ist es bei Erdbeeren, denen ich immer noch bis zu 50% Johannisbeeren beimische.

Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Gewürze
Natürlich können auch Gewürze oder Kräuter zugegeben werden, und das in jedem Stadium der Herstellung: beim Ansetzen, beim Kochen, oder nachher beim Servieren.
Beim Ansetzen ist es ratsam, vorsichtig bei der Dosierung zu sein, denn drei Wochen sind eine lange Zeit. Es gibt hier keine Richtwerte oder veröffentlichte Erfahrungen. Das eigene Fingerspitzengefühl ist gefragt und ich wage einen Rat: weniger ist oft mehr.
Ich habe gerade ein 300 ml -Glas Erdbeeren mit getrockneten Rosenblättern angesetzt – mit einem halben TL. Ich bin auf das Ergebnis gespannt.

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