Robin Food – Lebensmittel für die Mülltonne

lebensmittelabfallGestern stolperte ich schier über einen Haufen plastikverpackter Lebensmittel, der an der Hauptkreuzung in Freiburgs Innenstadt lag. Da ich einenTermin hatte konnte ich nicht lange bleiben, aber ich suchte kurz nach dem oder der Verantwortlichen dieser Aktion – niente, nichts.

Dafür unterhielten sich die Umstehenden, es wurde eifrig fotografiert, der eine oder andere nahm ein Päckchen in die Hand, um das Ablaufdatum anzuschauen: alles gestern oder in ein paar Tagen in einem Fall sogar erst in zwei Monaten.

Den meisten war klar, dass es sich um Lebensmittel handelte, die von der neu eröffneten Edelfiliale einer Supermarktkette in der Kaiser-Joseph-Strasse in die Mülltonne geworfen worden war.

Ein „Aktivist“, den nur wenige Zeugen gesehen hatten, und den die Presse inzwischen als den „Robin Hood der Mülltonnen“ bezeichnet hatte die Tonne auf der Strasse entleert, wohl als Protest gegen das Wegwerfen noch verzehrbarer Lebensmittel.

Mittlerweile hat sich in den Foren der Lokalpresse, ob Wochenbericht, Stadtkurier oder Fudder, eine Diskussion entwickelt. Viele Beiträge befassen sich mit der Tatsache, dass die Polizei diese Aktion als Diebstahl bewertet, viele diese Aktion aber gut finden.

Leider ist es juristisch gesehen so, dass der Müll dem Supermarkt gehört, bis die Müllabfuhr in abholt. Was viele aber nicht verstehen können ist, dass essbare Lebensmittel überhaupt einfach so weggeworfen werden.

Laut der Statistik des Ministeriums für ländlichen Raum und Verbraucherschutz wirft jeder Bundesbürger im Jahr 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Davor aber hat der Handel schon tonnenweise Lebensmittel weggeworfen: Bäckereien befeuern Ihre Heizanlage mit altem Brot. Obst und Gemüse mit nur kleinen Flecken, alles was also nicht mehr makellos aussieht, landet im Müll.

Den Mitarbeitern der Supermärkte ist oft untersagt, was auf dem Bauernmarkt Gang und Gäbe ist: Sieht ein Produkt nicht mehr so frisch aus, und möchte es der Kunde dennoch haben, wird es billiger verkauft. Und so bezahlen wir bei jedem Einkauf auch das einkalkulierte Wegwerfen der Supermärkte mit.

Na, guten Appetit!

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