Arm aber Bio! – Buchbesprechung

Quelle: www.arm-aber-bio.de

Kann man mit schmalem Geldbeutel gutes und gesundes Essen auf den Tisch bringen? Man kann, hat Rosa Wolff getestet und herausbekommen. Dabei hat sie es sich nicht leicht gemacht.
Angeregt durch die provokanten Äußerungen Thilo Sarrazins, der vorrechnete, dass man mit täglich 4,35 €, dem Hartz IV- Satz für Essen und Trinken durchaus genug zu hat, wollte sie wissen: kann man sich von diesem geringen Betrag auch biologisch ernähren?

Sie packte alle Vorräte weg und fing quasi bei „null“ an. Ihre Überlegungen zum Speisezettel und die Auflistung der Einkäufe inklusive Nährwert und Preis ergeben ein tägliches, teilweise sehr amüsantes Protokoll über vier Wochen, in denen sich so nach und nach ein paar Erkenntnisse herauskristallisieren:
Mit wenig Geld den Teller täglich zu füllen ist anstrengend. Dauernd ist man am Rechnen, auf der Suche nach billigen Produkten, und gezwungen zu Kompromissen. Billiger kann es werden, wenn man selbst viel macht (zum Beispiel Brot). Das heißt – man verwendet viel Zeit auf das Kochen. Auch wenn man saisonal einkauft, kann man sich nicht alles leisten. Gelegentlich möchte der Mensch sich auch etwas gönnen, was im Budget eigentlich nicht drin ist. Möglich ist das, wenn man nicht täglich, sondern wöchentlich abrechnet. Ein derart sparsames Leben auf Dauer ist möglich, aber nicht wünschenswert.
Not macht bekanntlich erfinderisch, und so probiert die Autorin auch gerne mal Sachen aus, die sie bisher nicht gemacht hat. Dabei kommen schmackhafte Gerichte heraus, und sie lässt uns an ihren Rezepten teilhaben.
Dass diese Lebensumstellung nicht nur anstrengend und manchmal schambehaftet sein, sondern auch ihre schönen Seiten haben kann, das kommt durch, wenn Rosa Wolff beschreibt, wie es ihr trotz allem gelingt, Gäste zu bewirten, oder wie sie ein Picknick im Englischen Garten veranstaltet.
In eingeschobenen Info-Seiten listet sie Einrichtungen auf, die das Leben mit wenig Geld erleichtern können, wie zum Beispiel Tauschringe. Es gibt Infos über eine Verwertung von Lebensmitteln, bei der nichts verkommt. Eine Adressliste von Bioprojekten für Kinder, und vieles mehr. Mag auch der Herr S. aus B. eine Ursache für das Thema gewesen sein, so weist Frau Wolff doch immer wieder deutlich darauf hin, dass ihr Büchlein nicht dazu dienen soll, dessen Hartz IV-These zu untermauern. Im Gegenteil, mit viel Humor und Ironie nimmt sie die Aufschlüsselung der einzelnen Hartz-IV-Posten auseinander. Ob sie unsinnig, anmaßend oder unmöglich sind, überlässt sie ihren Lesern.

Nach der recht kurzweiligen Beschreibung dieser vier Wochen, die mit einer überraschenden Einsicht enden, folgen die Rezepte. Sie lesen sich allesamt lecker und verlocken zum Nachkochen.

Rosa Wolff
www.arm-aber-bio.de
Arm, aber Bio!
Edition Butterbrot
ISBN 978-3-9813469-1-6

Dieser Beitrag wurde unter Frontpage abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Arm aber Bio! – Buchbesprechung

  1. Walking-Girl sagt:

    Eine wirklich interessante Buchbesprechung. Schön ist auch, dass auf der Webseite ein paar Rezepte zu finden sind. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.